Konservierung und Bergung


Expeditionen zur Bergung von Artefakten der TITANIC sind ein gemeinschaftliches Bemühen der RMS Titanic, Inc., dem französischen meereskundlichen Institut und dem in Moskau ansässigen P.P. Shirshov Institut für Ozeanologie.

Die Artefakte, die in „TITANIC - Einladung zu einer Zeitreise“ zu sehen sind, stammen von Expeditionen, die während der Sommer in den Jahren 1987, 1993, 1994, 1996, 2000 und 2004 an der Unglücksstelle der TITANIC durchgeführt wurden. Das Wrack befindet sich 1.550 Kilometer nordöstlich von New York und 729 Kilometer südöstlich der Küstenlinie von Neufundland.

Drei Tauchkapseln, die Nautile und die zwei MIR-Kapseln, werden für die Bergung genutzt. Diese U-Boote sind mit mechanischen Armen ausgerüstet, geeignet zum Freischaufeln, Greifen und Bergen der Artefakte, die entweder in Sammelbehältern zwischengelagert, oder in Bergungskörbe gelegt werden.

Der Fahrgastraum jeder Tauchkapsel bietet nur drei Personen Platz: einem Piloten, einem Co-Piloten und einem Überwacher. Jeder von Ihnen hat ein 30 Zentimeter dickes Bullauge zwischen sich und der Tiefe. Alle drei Tauchkapseln können ein ferngesteuertes Vehikel an einer über 30 Meter langen Leine aussenden und bedienen, das in das Wrack gesteuert wird um Bilder aufzunehmen.

Es dauert länger als zweieinhalb Stunden, um zur Unglückstelle der TITANIC hinabzutauchen. Jeder Tauchgang zieht sich über zwölf bis fünfzehn Stunden hin, zuzüglich den zwei Stunden, die es dauert, um wieder an die Oberfläche zu gelangen.

Jedes geborgene Artefakt muss dann aufwendig konserviert werden. Die Konservierung folgt einem vorsichtigen Prozess, um Rost und Salzablagerungen von jedem Teil zu entfernen.

Die Konservierungsbehandlung beginnt, wenn das Artefakt das erste Mal mit Luft in Berührung kommt mit einem sofortigen Stabilisierungsprozess. Sobald das Artefakt aus dem Wasser gehoben wird, wird es mit einem weichen Pinsel gesäubert und in einen mit Schaumstoff ausgekleideten, wassergefüllten Behälter gelegt. Dann wird es ins Konservationslabor gebracht, wo verunreinigende Salze von der Oberfläche ausgewaschen werden. Objekte aus Metall werden in ein Destillationsbad gelegt und den ersten Schritten der Elektrolyse unterzogen; dieser Prozess entfernt negativ geladene Ionen und Salz von den Artefakten. Elektrolyse wird auch genutzt um Salz von Objekten aus Papier, Leder oder Holz zu entfernen. Diese Materialien werden außerdem mit chemischen Reinigungsmitteln und Fungiziden behandelt, um Rost und Pilze zu entfernen.

Hölzerne und lederne Artefakte werden dann getrocknet, dabei werden wasserlösliche Wachse injiziert um die Fasern der Artefakte, die vorher mit Wasser und Ablagerungen gefüllt waren, wieder aufzufüllen.

Artefakte aus Papier werden gefriergetrocknet, um ihnen alles Wasser zu entziehen. Dann werden sie behandelt, um sie gegen Schimmel zu schützen. An diesem Punkt ist die Konservierung für die Ausstellung abgeschlossen.

Alle geborgenen Artefakte werden sorgfältig in einer Umgebung aufbewahrt, in der Temperatur und Feuchtigkeit kontrolliert werden und keine Sonneneinstrahlung herrscht.